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Mein 2-Takt Motorrad hatte eine Fliehkraftverstellung für die Zündungsverstellung. Die neue Powerdynamo Anlage hat nun einen festen Zündzeitpunkt. Wie soll das funktionieren?

Etwa bis Mitte der 60er Jahre hatten die meisten 2-Takt-Motoren eine mechanische Fliehkraftverstellung für die Zündung. Dadurch war der Zündzeitpunkt beim Start in der Nähe des oberen Totpunktes (OT) und wurde dann bei höheren Drehzahlen auf ungefähr 28 Grad vor OT gestellt.

Dies war vor allem wegen der schlechten Kraftstoffqualität notwendig. Diese hatten lediglich 60-70 Oktan (vor dem Krieg teilweise sogar nur 40 Oktan). Mit einer Frühzündung von 28 Grad war es aber sehr schwer den Motor zu starten. So hat man mit Hilfe des Fliehkraftreglers das Startverhalten verbessert.

Als die Kraftstoffe ab den 70er Jahren immer besser wurden, konnte man auf dieses teuer herzustellende und reparaturanfällige Bauteil verzichten. Sie werden nach dieser Zeit keinen 2-Takter mit Zündverstellung mehr finden - nur noch 4-Takter.


Oberer Totpunkt - der höchste Punkt den ein Kolben erreichen kann

der normale Zeitpunkt der Zündung liegt ein paar Millimeter vor o.T. 

Ältere 2-Takter haben so zwischen 2 und 8mm v.OT, je früher das Baujahr um so mehr  ist das.


Die heutigen modernen Kraftstoffe sind eigentlich viel zu hochwertig für diese alten Motoren. Es besteht nun keine Notwendigkeit mehr, den Zündzeitpunkt in Richtung früh zu verstellen. Erst recht nicht mit einer Hochenergiezündung (CDI) wie der von Powerdynamo.

Das kann sogar dazu führen, dass die alte originale Angabe für den Zündzeitpunkt nicht mehr stimmt. Die Flammenentwicklung bei den modernen Kraftstoffen ist so schnell, dass die Zündung näher zum oberen Totpunkt hin gestellt werden sollte. Dies erleben bei den meisten Motorrädern, die vor 1970 produziert wurden und auf eine Powerdynamo Anlage umgerüstet wurden.

Natürlich können auch Powerdynamo Anlagen mit einer Steuereinheit für Frühzündung ausgerüstet werden, wie es z.B. bei der MZ BK 350 gemacht wird (die eine Tendenz zum Rückschlagen hat). Für die meisten Modelle ist dies aber reine Geldverschwendung.


 



Es gibt aber effektiv eine gewisse Zündverstellung.

Das Diagram hier zeigt den Verlauf des Zündwinkels in Abhängigkeit von der Drehzahl bei unseren Systemen mit innerem Sensor.

  • das obere Diagram mit Rotor 112/128mm, 
  • darunter mit 103mm Rotor


    Die Linie Null ist der Zündwinkel welcher beim Einbau des Systems festgelegt wird in dem  bei einer gewünschten Kolbenstellung (sagen wir 2mm vor OT was z.B. 28° vor OT sein könnte) die Zündmarkierungen von Stator und Rotor übereinander gesetzt werden.

    Zu Beginn des Motorlaufs, etwa unter 1300 U/min erfolgt die Zündung später, also näher an OT, hier im Minusbereich des Graphs. Dann im eigentlichen Fahrbereich, so zwischen 1000 und 5000 wird so gezündet wie bei der Montage eingestellt (die Nulllinie) und in hohen Drehzahlen geht es dann wieder näher an OT heran (Minusbereich) - ein typisches Zweitaktverhalten.

    Dieses Verhalten ist konstruktionsbedingt, entspricht aber recht genau dem was ein Zweitaktmotor gerne möchte.


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